Geschichte Teil 2

SPORTPLATZERÖFFNUNG 1948

Festlicher Höhepunkt dieser Zeit war zweifellos die feierliche Eröffnung des inzwischen fertiggestellten Sportplatzes. Erstmals wurde Zuschauer neugierig, was denn da droben in der Au los sei. Die große Attraktion der Eröffnungsfeier war das Antreten zweier “Oldboy-Mannschaften”, gespickt mit Neumarkter Altbürgern, die in einem Juxspiel die Massen begeisterten.

Bei dieser Eröffnungsfeier wurde der gesellschaftliche Stellenwert des Sportvereines vielen zum ersten Mal bewußt. Immer mehr Kiebitze verliefen sich von da an in die Au, um einen spannenden Sonntagnachmittag zu erleben. Die Not der harten Nachkriegsjahre wurde langsam gelindert. An die Besatzung durch die Sowjets gewöhnte man sich allmählich. Das Leben begann sich zu normalisieren.

Mit Begin des geregelten Spielbetriebes tauchte auch das Problem der Spielerbeförderung zu den Auswärtsbegegnungen auf. PKW-Besitzer gab es kaum, un nur einige Privilegierte besaßen ein Motorrad. Benachbarte Orte wurden nach der Devise “jo mir sam mit’n Radl do” angepeilt. Für größere Reisen drängte man sich auf der Ladefläche eines LKW’s zusammen. Waren auch die Reisebedingungen alles andere als komfortabel, die Stimmung bei solchen Abenteuerreisen war immer bestens.

Wie im Wirtschaftsleben war auch in der Sportorganisation noch vieles vom Improvisation geprägt. Der Fußballverband kümmerte sich in erster Linie um die “Großen”. Die “Unterhäusler” bekamen nur sporadisch einen Verbandsschiedsrichter zu Gesicht. Viele Matches wurden daher von Vereinsangehörigen geleitet, und schon darin lag Zündstoff für so manche “heiße Partie”. Neumarkts Schiri dieser Zeit war Theo Waltenberger. Die Regelauslegung des SV-Funktionärs, natürlich stets “objektiv”, bescherte ihm so manch schweren Abgang.

29.08.1948 SV Neumarkt – Sarling 4 : 0 (1:0)
05.09.1948 SV Neumarkt – St. Peter 2 : 1 (1:0)
12.09.1948 SV Neumarkt – Blindenmarkt 5 : 1 (1:1)
19.09.1948 Böhlerwerk – SV Neumarkt 4 : 2 (4:0)
03.10.1948 Union Amstetten – SV Neumarkt 3 : 2 (1:2)
10.10.1948 SV Neumarkt – Aschbach 2 : 2 (2:1)
27.03.1949 Sarling – SV Neumarkt 5 : 2 (3:1)
10.04.1949 SV Neumarkt – St. Peter 1 : 1 (0:1)
24.04.1949 SV Neumarkt – Blindenmarkt 2 : 2 (2:1)
15.05.1949 SV Neumarkt – Böhlerwerk 3 : 2 (1:0)
29.05.1949 Union Amstetten – SV Neumarkt 3 : 2 (3:1)
16.06.1949 SV Neumarkt – Aschbach 1 : 1 (1:0)

Am 29.8.1948 erfolgte der Startschuß zur ersten Meisterschaftssaison. Neben Reserve- und Kampfmannschaft wurde auch eine Jugenmannschaft gemeldet. Es lag nun an Sektionsleiter Englbrecht die Erste für den Meisterschaftsstart “heiß” zu machen. Der Zufall wollte es, daß eine Woche vor Meisterschaftsbeginn ein Freundschaftsspiel gegen Sarling ausgetragen wurde, welches 3:5 verlorenging, und ausgerechnet Sarling war der erste Meisterschaftsgegner. Die Neumarkter konnten bei dieser Begegnung den Spieß umdrehen. Sie schickten die Sarlinger mit einer 4:0 Packung in die Heimat. Auch die nächsten Gegner – St. Peter und Blindenmarkt – wurden bezwungen. Der Klassenneuling Neumarkt war überraschend Tabellenführer, und die Etablierten dieser Klasse nahmen den SVN plötzlich ernst.

Im Frühjahrsdurchgang fiel unsere Elf leicht zurück. In der Endabrechnung konnte trotzdem der für einen Neuling beachtliche 4. Tabellenrang verbucht werden.

Eine Sensation lieferte die Jugendmannschaft. Gleich im ersten Meisterschaftsjahr wurder Titel errungen. Folgende Mannschaft schaffte dieses Husarenstück:

Hauer, Kappelmüller, Schauer Fr., Schachenhofer, Holzer O., Oberleitner, Steinkellner, Feigl, Ehn, Schauer R., Potzmader, Merkinger Fr., Sitz

Nicht nur die Aktiven sammelten im ersten Meisterschaftsjahr wertvolle Erfahrungen, auch die Funktionäre hatten ihr Lehrgeld zu bezahlen. Ausrüstungsgegenstände, Pacht für Fußballplatz, Schiedsrichtergebühren und andere Ausgaben brachten Finanzierungesprobleme. Verzweifelt grübelte die Funktionärecrew nach Geldquellen. Man versuchte es als Tanzveranstalter. Am 08.02.1949 fand der erste Sportlerball statt. Zwei Tage später folte ein Kindermaskenball für Neumarkt’s Nachwuchs. Beide Veranstaltungen waren ein großer Erfolg und blieben bis heute fixer Bestandteil im Neumarkter Ballkalender.

Obmann Rupert Sitz, Sektionsleiter Walter Englbrecht, Schriftführer Ludwig Schittengruber und Kassier Theo Waltenberger – 1949 abgelöst von Fritz Gerersdorfer, ware jene Funktionäre, die die Geschicke des jungen Vereines mit viel Einsatz und Umsicht lenkten. In der genannten Zusammensetzung zeigten diese Hauptfunktionäre des Vorstandes auch Stehvermögen. Sie führten die Geschäfte des Sportvereines bis zum Jahr 1956.

Das zweite Meisterschaftsjahr begann man bereits mit viel Selbstvertrauen. Gegen den späteren Meister der Saison 1949/1950, Böhlerwerk, gab es zu Hause ein 2:2 Remis. In der Retourbegegnung ging jedoch alles schief. Mit hängenden Köpfen und einer 0:9 Packung am Rücken trat man mit der höchsten Niederlage in der noch jungen Vereinsgeschichte die Heimreise an. Im selben Jahr ging es wiederum gegen den FC Sarling. Wegen eines “Tumultes” wurde das Spiel in Sarling abgebrochen und der Straf- und Meldeausschuß des NÖ Fußballverbandes sprach überraschen folgendes Urteil: “Der Abbruch kam aus Verschulden beider Vereine zustande, die Begegnung ist daher neu auszutragen.” Bei dieser Neuaustragung siegten die Neumarkter am 13.11.1949 mit 4:2 (0:1).

Reserve 1950

Kampfmannschaft 1950

Im inwischen fertiggestellten “Austadion” bewies man Heimstärke. Der Komfort der Stadioneinrichtungen wurde von den jeweiligen Gegnern besonders geschätzt. In die Holzbaracke, die stolz als Umkleidekabine bezeichnet wurde, regnete es ein. Als Brauseanlage diente die zum Fußballplatz parallel fließende Laaben, die sich zwar nach dem Spiel als durchaus
zweckmäßiger Waschplatz bewies, während der Begegnungen aber oft störenden Charakter hatte. Minutenlang wurde nach dem meist einzigen Ball gefischt.

Am 8.9.1949 gab es in Grein gegen den dortigen TSW ein hartes Gefecht. In der 59. Minute hatte Fritz Waltenberger die Heimtendenz von Schiedsrichter Lienbacher satt. Der unglückliche Schiri lief dem Neumarkter in dessen zufällig zu einer Faust geformten Hand.

Abbruch – 3:0 für Grein – 1 Jahr Sperre für den “gerechten Fritz” waren die schmerzhaften Nachwehen dieser Meisterschaftsbegegnung.

Weiterhin auf Erfolgskurs steuerte die Jugendmannschaft. War es in der vorigen Saison der Meistertitel, sollte es in der Saison 1949/50 immerhin zum Vizemeister ihren zweiten Titel. Diese Mannschaft war damals fast ident mit der Kampfmannschaft. Die Doppelbelastung – vormittags in der Jugend, nachmittags in der Ersten – wurde damals mühelos verkraftet.

1951/1952 – ERSTMALS GEIGEN

AM NEUMARKTER FUSSBALLHIMMEL

Das gute Abschneiden der Jugendmannschaft in den ersten drei Vereinsjahren sollte nun seine Früchte tragen. Bereits vor dem Meisterschaftsstart 1951/52 stand fest, daß neben dem Meister diesmal auch der Zweitplazierte aufsteigen würde. Mit dem FC St. Valentin, der als überragen angesen wurde, stand von vornherein ein Aufsteiger fest. Um den 2. Platz entbrannte ein heißer Kampf zwischen Union Amstetten, Scheibbs, Hollenstein, St. peter und unserer Elf. Mit einem klaren Vorsprung von fünf Punkte auf den Drittplazierten erreichte der Sportverein seine bisher größten Erfolg. Das Traumziel – Aufstieg in die 1. Klasse – wurde bereits vier Jahre nach Vereinsgründung erreicht.

Kampfmannschaft im Derby gegen Sarling 1952

Kampfmannschaft im Derby gegen Sarling 1952

Schülermannschaft 1952

Schülermannschaft 1952

Reserve 1953

Reserve 1953

Kampfmannschaft 1952/53

Kampfmannschaft 1952/53

Die Anhängerschar des SV Neumarkt war inzwischen gewachsen. Man war neugierig, wie sich die Mannschaft in der 1. Klasse schlagen würde.

Am 29.03.1953 mußte der spätere Meister Ybbs in die gefürchtete Au nach Neumarkt. Beim Stand von 4:3 für Neumarkt wurde die Partie abgebrochen. Zuschauer drangen auf das Spielfeld ein, eine Massenrauferei war die Folge. Dieses Spiel sollte Ausgangspunkt für eine fast 20-jährige Rivalität zwischen den Nachbarvereien werden.

DER GEKAUFTE BÜRGERMEISTER

Gleich beim ersten großen Transfergeschäft in der Vereinsgeschichte gelang dem SV ein Volltreffer. Private Bande – die Lehrerin Mitzi Heller angelte sich einen Loosdorfer Lehrer – bereiteten diese Geschäft vor. Um die Ablösesumme von S 100,– wurde am 24.07.1952 Alfred Lichtenschopf vom ASK Loosdorf verpflichtet. Daß diese Investition nicht nur für den Sportverein, sondern für die ganze Marktgemeinde ein Volltreffer war, konnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht geahnt werden. In den kommenden Jahr war der Lehrer Lichtenschopf nicht nur am Spielfeld erfolgreich. Als Trainer, Funktionär und vor allem als Ideenbringer stellte er sich ganz in den Dienst des Sportvereines.

Neumarkter Erste friedlich vereint mit den Blindenmarktern 1954

Neumarkter Erste friedlich vereint mit den Blindenmarktern 1954

Sturmtank Hans Sitz kommt zu spät.

Sturmtank Hans Sitz kommt zu spät.

In der Winterübertrittszeit 1953/54 war es nicht mehr zu vermeiden. Neumarkts oftmaliger Torschützenkönig und Mannschaftsschütze Erwin Ehn wurde vom Landesligaverein ASK Amstetten verpflichtet. Zwar bedeutete die Rekordablösesumme von öS 2.500,– eine willkommene Auffrischung der Klubkasse, dennoch war der Verlust des “Bombers Nr. 1″ äußerst schmerzhaft.

1954 war überhaupt das Jahr der Transfers: Auswahltormann Huda kam um öS 1.000,– vom ASK Ybbs, von Purgstall erwarb man die Brüder Kraushofer und Hans Reßl in einem Paket um öS 900,–, Schauer Rudolf wurde an Ybbs und Beli Lackner an Gottsdorf abgegeben.

Am 15.08.1954 war der Sportverein karitativ engagiert. Bei einem “Turnier für Hochwassergeschädigte” wurde der Reinerlös für die Opfer des Katastrophenhochwassers 1954 zur Verfügung gestellt.

1954 – 1956

Bei der Generalversammlung vom 13.03.1955 tauchte erstmals der Gedanke auf, den Sportplatz in den Ortskern zu verlegen. Besonders bei den Spielern wird diese Idee mit Begeisterung aufgenommen. Der Sportverein hat sich etabliert, Spieler und Funktionäre strotzen vor Selbstvertrauen, kurz, man fühlt sich zentrumsreif. Unter der Führung von Obmann Rupert Sitz wurde ein Komitee gebildet, welches mit der Suche nach einem geeigneten Grundstück im Ortskern begann.

Kampfmannschaft 1955

Kampfmannschaft 1955

Reserve 1956

Reserve 1956

Nach langwierigen Verhandlungen gelang es der Vereinsleitung, ein Grundstück im Ort zu pachten. Vorerst war ein Areal zwischen Westbahn und Gasthof Mayerhofer zur Debatte gestanden, letztlich entschied man sich aber für ein Grundstück neben der Autobahn, unserem heutigen Sportplatz.

Ein ganz besonderer Anlaß war natürlich die feierliche Eröffnung des neuen Sportplatzes am 12.08.1958. Mehr als 2000 Zuschauer freuten sich mit den Fußballern über die neue Heimstätte. Großartiger Höhepunkt der Eröffnungsfeierlichkeiten war zweifellos das Jahrhundertmatch “FC Hau daneben” gegen “FC Damenstrumpf”.

In einem von Ochsen gezogenen Kälberwagen wurde der “FC Hau daneben” vom Marktplatz zum Sportplatz transportiert. Der “FC Damenstrumpf” folgte nobel auf einem Traktoranhänger.

Der FC Hau daneben wird zum Sportplatz transportiert.

Der FC Hau daneben wird zum Sportplatz transportiert.

Die Zuschauer lauschen gespannt den Anweisungen von Tormann Jenisch an seinen gewichtigen Verteidiger Franz Widder.

Die Zuschauer lauschen gespannt den Anweisungen von Tormann Jenisch an seinen gewichtigen Verteidiger Franz Widder.

Torfrau Maria Lichtenschopf ist mit Polster, Tuchent und Sturzhelm bestens für Paraden gerüstet. Links neben ihr, lässig mit Sonnenbrille, Walter Englbrecht.

Torfrau Maria Lichtenschopf ist mit Polster, Tuchent und Sturzhelm bestens für Paraden gerüstet. Links neben ihr, lässig mit Sonnenbrille, Walter Englbrecht.

Obmann Alfred Lichtenschopf mit Zepter und Sonnenschirm als Herrscher über die neue Sportarena, flankiert von seinen Lakaien Alois Merkinger und Josef Stadler

Obmann Alfred Lichtenschopf mit Zepter und Sonnenschirm als Herrscher über die neue Sportarena, flankiert von seinen Lakaien Alois Merkinger und Josef Stadler

Natürlich war auch die Erste bei der Sportplatzeröffnung im Einsatz; im Hintergrund das auf der Schulwiese aufgestellte Ringelspiel.

Natürlich war auch die Erste bei der Sportplatzeröffnung im Einsatz; im Hintergrund das auf der Schulwiese aufgestellte Ringelspiel.

Der FC Hau daneben marschiert ein.

Der “FC Hau daneben” marschiert ein.

WASCHANLAGE MÜHLBACH

Der neue Sportplatz erfüllte seine Zweck voll. Durch die zentrale Lage fanden sich immer mehr Kiebitze zu den sonntäglichen Spielen ein.

Die aufgelassene Werkstätte des Schumachers Gerersdorfer (links vom Eingang im Erdgeschoß des Gasthauses Waxenegger) diente zu dieser Zeit als Umkleidekabine. Nach dem Umziehen ging es zu Fuß durch’s “Gassl” über die Schulwiese zum Sportplatz. Am Rückweg wurde beim Eberl – Mühlbachbrückl – Station gemacht. Die damals klaren Fluten des Mühlbaches waren für die verschwitzten Fußballer über viele Jahre hindurch einzige Waschgelegenheit.

Sportlich ging es aufwärts. Erwin Ehn, 1957 von Amstetten nach Neumarkt zurückgekehrt, leitete bis 1961 das Training der Kampfmannschaft. Nach dem 5. Platz in der Saison 1958/59 war man 1959/60 erstmals am Sprung zum Meistertitel in der 1. Klasse.

Jugendmannschaft 1956/57

Jugendmannschaft 1956/57

Kampfmannschaft 1959 in Böhlerwerk

Kampfmannschaft 1959 in Böhlerwerk

Die Primgeiger der 60iger Jahre im James Dean-Look. Aufgenommen bei der Rückfahrt von Peuerbach, auf dem Pöstlingberg

Die Primgeiger der 60iger Jahre im James Dean-Look. Aufgenommen bei der Rückfahrt von Peuerbach, auf dem Pöstlingberg

1960 bis 1970 war das Jahrzehnt des Sepp Rogner. Er verstand es wie kein anderer, der Fußballgemeinschaft einen familiären Zusammenhalt zu geben. Sektionsleiter, Platzwart, Jugendleiter, Schriftführer, Obmann – kein Vereinsjob war ihm fremd. Voll unterstützt von seiner Familie – seine Frau stand ihm besonders zur Seite – ging sein Wirken für den Sportverein über herkömmliche Funktionstätigen hinaus. Als Seelendoktor der Spieler vollbrachte er wahre Wunderdinge. Mit Einfühlungsvermögen, Toleranz und viel Verständnis für die Jugend schuf er ein besonderes und herzliches Vertrauensverhältnis zu den Spielern. “Hast du Kummer, ist die Aufstellung ungerecht, gibt es Streit, auf zu Papa Rogner, der bringt die Dinge wieder ins Lot.”

Mit Siegfried Gattringer als Schriftführer und dem Kassier-Duo Josef Hintermaier/Franz Heiland traten “Newcomer” ins Vorstandsleben des Vereines. Schon nach kurzer Zeit führten sie ihre Geschäfte wie alte Hasen. Obmann Lichtenschopf hatte ein Team zur Seite, das alle Stückerln spielte.

DAS ERFOLGREICHE JAHR

Tormann Artmüller als sicherer Schlußmann, die Außenverteidiger Franz Merkinger und Franz Potzmader waren zusammen mit dem Klassestopper Alois Kloibhofer ein kaum zu umspielendes Bollwerk.

Franz Senger, “Dackl” Wernad und “Neger” Fuchs zogen im Mittelfeld die Fäden. Zwei pfeilschnelle Außenstürmer – Adi Potzmader am rechten, “Schwetzi” Schwaighofer am linken Sam – versorgten das Bombeninnentrio Gerhard Merkinger, Erwin Ehn und Franz Feigl stets mit brauchbaren Bällen. Mit Fachlehrer Brandl aus Purgstall stand dieser Klassemannschaft erstmals ein “Profitrainer” zur Verfügung. Die Meisterschaft lief wie ein Krimi ab. Bis zuletzt gab es ein packendes Duell mit dem FC Waidhofen. Besonders dramatisch war die Situation vor der letzten Runde. Neumarkt benötigte eine hohen Sieg gegen Union Waidhofen, der Rivale SC Waidhofen einen Sieg gegen Union Waidhofen. Neumarkt siegte 8:1, der SC Waidhofen 5:2. Das Torverhältnis – Waidhofen 54:17, Neumarkt 59:19 – entschied. Hätte unsere Elf in der gesamten Meisterschaft nur ein Tor weniger erhalten, die Meisterkrone wäre nach Neumarkt gewandert.

DER SPORTHAUSBAU

Der wirtschaftliche Aufschwung der 60iger Jahre machte sich auch im Fußballgetriebe bemerkbar. Einige Vereine der Umgebung besaßen bereits Kabinen mit entsprechenden Sanitäreinrichtungen, die neidvoll bestaunt wurden. Auch der SV überdachte verschiedene Projekte, so sollte z.B. der Weginger-Stadel ausgebaut werden, doch das Hauptproblem – die Finanzierung – schreckte vorerst ab.

Obmann Lichtenschopf, ab 1960 als Gemeinderat tätig, gelang es, den damaligen Bürgermeister Reichl für die Pläne des Vereines zu gewinnen. Planung und Finanzierungskonzept für eine Sporthausbau nahmen konkrete Formen an. Lichtenschopf setzte seine ganze Energie in dieses Projekt. Ab 1963 war die Baustelle am Sportplatz sein Zweitwohnsitz. Planverfassung, Bauleitung, Arbeitseintelung, Geldbeschaffung und viel anderes mehr lastete auf seinen Schultern.

In weiser Voraussicht verwarf der Vereinsobmann die ursprüngliche Planungsgrundlage – ein eingeschossiges, mit zwei Kabinen ausgestattetes Flachdachgebäude. Vo einige Kritikern der Gigantomie bezichtigt, drängte er auf Durchführung seines Projektes: Ein zweigeschossiger Massivbau mit 4 Kabinen, 2 Bädern und diversen Nebenräumen – das Sporthaus wie es heute steht.

Am 05.06.1963 wurde die Baubewilligung erteilt. Am 23.07.1963 werkten die ersten zwanzig freiwilligen Helfer mit Krampen und Schaufel am Aushub für die Grundfestung.

Doch bis zum Wechsel von den kalten Fluten des Mühlbaches in ein behaglich warmes Duschbad im Sporthaus sollten noch einige Jahre vergeben.

Alfred Lichtenschopf mit seinem Werk im Hintergrund

Alfred Lichtenschopf mit “seinem” Werk im Hintergrund

Vereinsvorstand bei der feierlichen Sportplatzeröffnung 1970

Vereinsvorstand bei der feierlichen Sportplatzeröffnung 1970

Am 05.06.1963 wurde die Baubewilligung erteilt. Am 23.07.1963 werkten die ersten zwanzig freiwilligen Helfer mit Vier Tage vor Weihnachten kam das Dach auf den Rohbau. Der Winter brauchte eine willkommene Ruhepause für die finanziell und körperlich erschöpften Sporthausbauer. 1964 wurden die Zwischenmauern versetzt. Tür- und Fensterstöcke fertigte man in der Tischlerei Schellenbacher und in der Maschinenfabrik Zoidl-Merkinger an.

Für diese Arbeiten wurden sogar Sonntagsschichten eingelegt. Im selben Jahr erfolgte die Installation von Licht und Wasser. Innenverputz und Fertigstellung der Bäder waren 1965 an der Reihe. 1966 erhielt das Sporthaus mit Außenverput und Eternitverkleidung an der Westseite ein erstes Gewand. Errichtung von Fangnetzen, Kassierhüttel und Toilettenanlagen waren weitere Meilensteine im Sporthausbau. 1967 begann der Ausbau des Obergeschosses, die Kabineinrichtungen wurden gefertigt und montiert, die Maler setzten im Inneren des Gebäudes die letzten Pinselstriche. 1968 war ein Ende der Arbeiten abzusehen. Fertigstellung der Außenfassade und Überdachung des Stiegenaufganges waren die letzten Stationen in der Entstehungsgeschichte des “Jahrhundertbauwerks”.

Über 85 Personen sind in Aufzeichnung und Stundenprotokollen namentlich als freiwillige Helfer angeführt.

Die 20 eifrigsten Arbeitsbienen beim Sportplatzbau
Lichtenschopf Alfred 685
Rogner Josef 236
Heiland Franz 178
Sitz Anton 134
Stadler Leopold 113
Hintermayer Josef 102
Senger Franz 95
Herz Fritz 87
Oberleitner Franz (Tischler) 86
Kloibhofer Josef 83
Ressl Franz 83
Krutsch Alfred 79
Potzmader Adolf 72
Gerersdorfer Karl 71
Hammer Anton 55
Stadler Josef 49
Obricht Erich 46
Schön Josef 45
Holzer Othmar 44
Gundacker Walter 42

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